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BFV_BestPractice_Broschuere_2016

• Der Jugendleiter entwickelte regelmäßige Gemeinschaftserlebnisse (z.B. Essen im Vereinsheim, Spieleabende, Ferienangebote, über die auch die Egmatinger Spieler aus den SGs weiter an ihren Stammverein gebunden wurden). „Wir mussten den Verein neu positionieren. Dafür brauchst du auch die richtigen Leute. Menschen mit Ideen, Fachkompetenz und Begeisterung.“ • Es wurden für Mitglieder vereinsinterne Perspektiven geschaffen (Trainer, Co-Trainer, Betreuer in jüngeren Jahrgängen, Schiedsrichterausbildung, Vereinshomepage, etc.). Dadurch hat der Verein im Laufe der Zeit die Zahl der regelmäßigen Mitarbeiter, Helfer und engagierten Eltern deutlich erhöhen können. Kontrolle • Lage und Stimmung des Vereins werden im Kompetenzteam, das bis heute zusammengeblieben ist, immer wieder überprüft. Maßnahmen werden permanent nachjustiert. So wurde beispielsweise eine hohe Durchlässigkeit bei der Altersstruktur und den Mannschaftsübergängen eingeführt (mehrere Jahrgänge trainieren regelmäßig zusammen (z.B. A-/B-Jugend oder einzelne A-Jugendliche bei Herren). Spieler Umsetzung • Nach einem Hilferuf des Fußballabteilungsleiters formte sich 2010 ein erstes Kompetenzteam aus aktuellen sowie ehemaligen Förderern des Vereins. Das Team wurde kurz später um einen qualifizierten Sportkoordinator und einen Jugendleiter mit einem sozialen Background (beide mit Ortsbezug) erweitert. • Unter dem Motto „Zukunftswerkstatt“ folgten eine Bestandsaufnahme und kontroverse Dis- kussionen über mögliche Lösungswege. Als Hauptproblem wurde ausgemacht, dass der Verein von den Einwohnern nicht mehr als für die örtliche Gemeinschaft werthaltig erachtet wird („Außer irgendwie ein bisschen Fußball spielen passiert dort nichts.“). Folglich gab es kaum noch Interesse, das eigene Kind dort anzumelden oder sich selbst im Verein zu engagieren. • 2011 lud der Verein in den Gemeindesaal zu einer großen Podiumsdiskussion, um öffentlich mit den Einwohnern, Vereins- und Verbandsvertretern sowie lokalen und überregionalen Politikern über den gesellschaftlichen Wert des Amateurfußballs zu diskutieren. Es war die Initialzündung, um den Wert des gesamten Vereins und der Fußballabteilung für den Ort und dessen Einwohner wieder zu stärken und eine neue Identifikation zu schaffen. • Das Kompetenzteam entwickelte kurzfristig einen „Wertekanon“ mit klaren Verhaltens- regeln für alle Vereinsmitglieder, der seitdem ohne Kompromisse durchgesetzt wird (z.B. persönliche Begrüßung aller Anwesenden, grundsätzlich Duschen nach Training/Spiel, kein Geld für Tore, Teamplay, Respekt und Toleranz, Mannschaftsrituale). Erziehung und Sozialarbeit nehmen seitdem einen zum Teil sogar höheren Stellenwert ein, als sportlicher Erfolg (jeder spielt, egal welche Spielstärke). In zahlreichen und bis heute immer wiederkehrenden Team- und Elterngesprächen werden alle im Verein auf den auf der Homepage veröffentlichten „Wertekanon“ eingeschworen. • Der neue Sportkoordinator (A-Lizenz) qualifizierte die vorhandenen Trainer und Betreuer bei vereinsinternen Schulungen zur Trainingsmethodik, ergänzte die Maßnahmen mit den offiziellen Verbandsangeboten (DFB-Mobil, etc.) und informierte über die neue grundsätzliche sportliche Ausrichtung des Vereins. Das Training wird seitdem auch polysportiv, also nicht ausschließlich fußballspezifisch, durchgeführt. TSV Egmating – Vereinsleben erfolgreich wiederbelebt 9 Willy Küffner, langjähriger Unterstützer des TSV Egmating Den Pokal beim eigenen Turnier zu gewinnen, war für die Egmatinger Jungs das Größte Mehr Infos zum Verein unter: egmating-fussball.de


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