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BFV_BestPractice_Broschuere_2016

Kinder kamen aufgrund dieser Werbeaktion tatsächlich in großer Anzahl zum Schnuppern. Unter den anwesenden Eltern wurden sofort gezielt Väter angesprochen, sich ebenfalls im Verein zu engagieren und idealerweise ein Traineramt zu übernehmen. • Nachdem sich Volker Rüdiger zunächst mit Trainingstipps aus Büchern, Magazinen und Online-Portalen beholfen hat, machte er beim BFV seine offizielle Trainerlizenz „Jugendfußball“, übernahm im Jahr 2000 die Jugend- leitung des Vereins und strukturierte die Jugendarbeit neu. Bei der Trainingsarbeit sollten der Spaß und das Gemeinschaftserlebnis im Vorder- grund stehen, Trainer sollten sich regelmäßig qualifizieren, idealerweise ebenfalls eine Trainerausbildung machen. Der Verein boomte innerhalb weniger Jahre bis auf rund 450 Nachwuchsspieler (vorrangig in den unteren Altersklassen), was aufgrund des Platzmangels auf der Sportanlage zu erheblichen Problemen führte. Der Verein führte eine Obergrenze von 30 neuen Spielern pro Jahr ein und fuhr die Gesamt- zahl so auf die heutigen 400 Talente zurück. Dennoch teilen sich auch noch heute bis zu vier Mannschaften zeitgleich den Trainingsplatz. • Bei den für ein Traineramt angeworbenen Eltern gab es eine große Spannbreite bei der vorhandenen persönlichen Eignung (sportliche Qualifikationen, pädagogisches Know-how). Da es sich um Personen aus dem direkten Vereins- und Spielerumfeld handelte, musste der Entscheidungsprozess für oder gegen eine Besetzung entsprechend sensibel geführt und intensiv begleitet werden. Im Laufe der Jahre waren einige Umbesetzungen nötig. Der Verein setzte deshalb auch zunehmend auf bereits lizenzierte Trainer auf Honorarbasis und lotste über eine (mittlerweile beendete) Kooperation mit einer privaten Fußballschule für mehrere Jahre einen qualifizierten und vereinsungebundenen Jugendkoordinator mit mehrjähriger Erfahrung als neuen Trainer für die älteren Jahrgänge zum Verein. Zugleich wurden Spieler der älteren Jahrgänge animiert, das Training bei den Jüngeren zu übernehmen und eine ent- sprechende Trainerausbildung zu machen. Das Konzept ging weitestgehend auf. Nach zunächst sportlich schweren Jahren mit Abstiegen der A- und B-Jugend (2002) und der zwischenzeitlichen Auflösung der A-Jugend (2003), wurden in den Folgejahren mit den nachrückenden Talenten neue Teams aufgebaut, die schnell auch sportlich große Erfolge mit Meisterschaften und Aufstiegen feiern konnten. Heute spielen die A- und B-Jugend in der Bezirksoberliga. Lizenzierte Trainer bringen Qualität auf den Platz. • Engagierte Trainer werden beim SV Waldeck- Obermenzing auch honoriert. Für 45 Minuten Training gibt es für einen Trainer ohne Lizenz 4,30 Euro, mit Lizenz 7,70 Euro. Dafür wurden für die Fußballabteilung zum 1. Januar 2011 die Mitgliedsbeiträge für die Jugend angepasst. Von ursprünglich 9,50 Euro auf 12 Euro monatlich (Erwachsene weiterhin 9,50 Euro). Zudem wird bei Neuaufnahmen eine einmalige Gebühr in Höhe von 30 Euro erhoben. Ebenso ist 2007 zum Zweck der Finanzierung des Jugendfußballs ein Förderverein gegründet worden (Jahresbeitrag: 48 Euro). Da diese Vorhaben im Vorfeld jeweils ausführlich kommuniziert und begründet wurden, haben alle Mitglieder mitgezogen, kein einziges Vereinsmitglied sei laut Rüdiger im Zusammenhang mit der Beitragserhöhung aus- Der Verein findet durch Mund-zu-Mund- Propaganda immer wieder neuen Nachwuchs SV Waldeck-Obermenzing – Jugendarbeit: Quantität durch Qualität 3 7


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