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BFV_BestPractice_Broschuere_2016

Zielsetzung Der sogenannte „Zukunfts-Workshop“ sollte den Verein und seine Entscheider screenen, ihm ein Selbstbild verschaffen und über eine Stärken-/Schwächen- Analyse zu mehr verantwortlichen Personen im Verein und nicht zuletzt zu der Besetzung der Position des Ersten Vorsitzenden führen. Die Neuausrichtung des Vereins ist hauptverant- wortlich von einer Person (Johannes Becher) initiiert, der allerdings nur steuert und nicht selbst Ämter übernimmt. Er dreht an der sogenannten Stellschraube, mit Hilfe derer die Defizite und fehlenden Personen und Funktionsträger minimiert werden sollen. Er persönlich ist für den TSV Moosburg/ Neustadt zwar wichtig, allerdings in anderen Vereinen durch rhetorisch gewandte und an Workshop- Arbeit gewöhnte Personen jederzeit ersetzbar. Umsetzung • Der Workshop im Juni 2014, an dem 15 interessierte Ehrenamtliche teilnahmen, begann mit der Frage: „Warum seid Ihr beim TSV und was bedeutet der TSV für Euer Leben?“ Das erstaunliche Ergebnis: Ein Drittel (fünf Personen) davon antwortete, dass sie aus anderen Vereinen „vertrieben“ wurden und daher beim TSV Moosburg/Neustadt gelandet sind. Schnell war man sich einig, dass dies niemals über den TSV gesagt werden darf. Der restliche Teil bestand aus Einheimischen und Nachbarn. Die Altersspanne der Workshop-Teilnehmer lag zwischen 22 und 70 Jahren. • Die Zeichnung des Selbstbildnisses ging durch die eigene Beschreibung anhand der sechs Bereiche „Verwaltung, Finanzen, Sport, Sportgelände, Events und Öffentlichkeitsarbeit“ weiter. Es wurde auf Flipcharts festgehalten, wo welche Personen was machen und an welchen Stellen Lücken oder Nachholbedarf bestehen. Die damit einhergehende Stärken-/ Schwächen-Analyse brachte zu Tage, dass der TSV Moosburg/Neustadt ein bodenständiger Arbeiterverein ist, der 50 – 60 ehrenamtliche Mitarbeiter benötigt, wenn jeder nur ein Themengebiet bearbeitet. • Es wurde entschieden, für jedes Amt, das der Verein benötigt, jeweils zwei Personen zu finden, die für eine Aufgabe verantwortlich sind. Somit mussten 6 x 2 Positionen besetzt werden. • Weiterhin stellte sich der generationenübergreifende Zusammenhalt als „Geheimnis des TSV Moosburg/Neustadt – Neue Vorstandschaft, fast über Nacht 2 3 Erfolgs“ heraus, was sich künftig bei der Suche der einzelnen Mitarbeiter immer wieder niederschlug. „Nur durch ein Miteinander von Jung und Alt“ sind auch alle Positionen adäquat zu besetzen. • Es wurde ein Organigramm erstellt, mit Hilfe dessen eine grafische Darstellung der Vereinsstruktur im Optimalfall abgebildet wurde. • Nach Ende dieses Workshops waren zwar die Lücken im Verein (auch durch optische Darstellung) klar, allerdings keinesfalls nachbesetzt und insbesondere die Besetzung des Ersten Vorsitzenden war weiterhin ungelöst. • Im Oktober 2014 fand ein zweiter, Workshop statt, der offen für alle Vereinsmitglieder war und für den in sämtlichen Medien geworben wurde. Zwei bis drei Personen des ersten Workshops nahmen nun nicht mehr teil, dafür kamen zwei neue Kandidaten, die äußerst inte- ressiert waren und ziemlich schnell im Anschluss an den Workshop die Positionen des Jugendleiters Kleinfeld und Jugendleiters Großfeld übernahmen. • Der dritte Workshop im Januar 2015 war der Vorbereitung der Jahreshauptversammlung im März des gleichen Jahres gewidmet und hatte tatsächlich das Ergebnis, dass zwei Personen das Vorstandsamt übernommen hätten. Insbesondere die Maßnahmen einer Arbeitsaufteilung und einer gestiegenen Hilfsbereitschaft ermutigte mehr Kandidaten zu einer Amtsübernahme. Einer der beiden Interessenten war bereits der Jugendleiter Großfeld und blieb das dann auch, während der andere Kandidat das Amt des Vorsitzenden übernahm. • Diese positive Konstellation führte dazu, dass der 67-jährige 2. Vorsitzende, der ebenfalls nicht mehr kandidieren wollte, als 2. Vorsitzender weiterarbeitete, weil er von den geschaffenen Strukturen so überzeugt war. Skeptiker halfen auf dem Weg zum Erfolg! • Es gab auch immer wieder Skeptiker im Verein, die aber ebenfalls entscheidend für das Gelingen des Prozesses waren, da bei ihnen am Ende immer das Vertrauen überwogen hat. Auszüge aus den gemeinsam erarbeiteten Ergebnissen der Zukunftswerkstatt


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