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einsprojekte auch privates Vermögen in den Verein investiert hat. 2005- 2008: • Steer übernahm als Betreuer eine Handvoll Bambini. Statt Traineranweisungen zu geben ließ er weitestgehend frei spielen – im Training wie im Spiel. Statt Kritik gab es ausschließlich Lob für gute Aktionen (positive Verstärkung). Es wurden „Elternregeln“ aufgestellt, die diese Herangehensweise unterstützten. Diese neue Art kam bei Spielern und Eltern so gut an, dass der Verein in den Folgejahren riesigen Zulauf erhielt. Um zusätzliche Bambini-Betreuer zu gewinnen, ging Steer gezielt auf die Mütter zu, die sein Konzept Eins-zu-Eins umsetzten. 2008 zählte der Verein rund 250 Bambini. 2008: • Der für alle Mitglieder verbindliche Grundgedanke der „Sozialen Integration“ wurde entwickelt und floss in die Vereinsarbeit ein. 2010 folgte die Aufnahme in die Vereinssatzung und die Ausarbeitung/Veröffentlichung eines entsprechenden Leitbildes des Vereins: Der Mensch steht im Vordergrund, nicht seine fußballerische Leistungsfähigkeit. • Jugendliche im Stadtteil wurden persönlich kontaktiert (um den Verein vorzustellen und persönliche Perspektiven durch eine ehrenamtliche Mitarbeit als Trainer, Schiedsrichter, etc. aufzuzeigen). • Ein lokales Unterstützer- und Sponsoren- Netzwerk wurde aufgebaut. • Allen ehrenamtlichen Vereinsmitarbeitern wurde der Mitgliedsbeitrag (aktuell 168 Euro/Jahr) erlassen. Es gibt offizielle Härtefallregelungen für sozial Schwächere (Vorstandsbeschluss). • Ab 2010: Es wurden verstärkt soziale Einrichtungen und Verbände (lokal und überregional) sowie die Stadt München, die Polizei, Schulen sowie der Bayerische Fußball-Verband kontaktiert, um gemeinsame Projekte zu starten und Synergien der einzelnen Initiativen herzustellen. Der Verein rannte dabei offene Türen ein. Die Bereitschaft zu Projekten war von allen Seiten grundsätzlich groß, Beschränkungen waren in der Regel nur der vom Verein einzubringenden personellen und finanziellen Ressourcen geschuldet. • 2010: Die Vereinsführung strukturierte sich personell um: fünfköpfiger Vorstand, dadurch bessere Aufgabenverteilung. 20 FC Wacker München – Bei uns spielen alle: Integration im Verein Zielsetzung Ab 2008: • Aufgrund guter Erfahrungen im Bambini-Bereich in den Jahren 2005-2008 mit bis zu 250 neuen Spielern durch die Eigeninitiative eines neuen Betreuers sollte ein neuer Leitgedanke im Verein etabliert werden: „Spielspaß für alle geht vor sportlichen Erfolg.“ Fußball sei also nicht erfolgsorientiert, sondern ausschließlich als verbinden- des Element unter den Mitgliedern anzusehen. • Kombination von (Jugend-)Sozialarbeit und Vereinssport unter dem Begriff „Soziale Integration“. Vermittlung wichtiger Werte wie Toleranz und Respekt, ehrenamtliche Arbeit als Perspektive für Perspektivlose. • Verein sollte wieder fester Bestandteil des Lebens im Stadtteil werden. Die Neuausrichtung des Vereins ist von einer einzelnen Person initiiert und von dieser auch maßgeblich vorangetrieben worden (Marcus Steer). Mit zunehmendem Erfolg fanden sich aber auch Unterstützer für einzelne Projekte. Steer hat 2005 ohne jegliche Vorkenntnisse als Bambini-Betreuer begonnen, kurz später den schnell wachsenden Bambini-Bereich komplett koordiniert und 2008 als 3. Vorstand sein erstes Vereinsamt übernommen. Wenige Zeit später übernahm er nach den Rücktritten des 1. und 2. Vorstands die Führung. Umsetzung Die Grundidee und Basiselemente des „Sozialkonzepts“ sind grundsätzlich personenunabhängig umsetzbar, der Erfolg vieler Vereinsprojekte war und ist aber eng mit dem persönlichen Engagement von Marcus Steer verbunden, der regelmäßig bis zu 100 Std./Woche und für verschiedene Ver- Mitglieder aus über 50 Nationen im friedlichen Miteinander


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