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BFV_BestPractice_Broschuere_2016

den aktuellen Vereinsbetrieb in vorbildlicher Weise aufrecht erhielten. Es wurden Hecken und Bäume versetzt, die Elektrik selbst verlegt und Sportplatzausgrabungen für Drainagen in Handarbeit durchgeführt. Insgesamt taten sich ca. 60 Helfer durch persönlichen Einsatz hervor. Dauerhaft arbeiteten 15 - 20 Personen auf der „Baustelle“ am Vereinsgelände. Die Mehrzahl dieser Mitglieder waren Handwerker und somit mit den anfallenden Arbeiten vertraut. • Zur Finanzierung des gesamten Sportplatzbaus wurden mehrere Dinge zusammengebracht: Es gab eine Förderung der Gemeinde und des BLSV, die allerdings nur jeweils 20 Prozent der tatsächlichen Kosten ausmachten. Die weiteren zinsfreien Darlehen können natürlich ebenfalls zur Förderung gezählt werden, müssen jedoch zurückgezahlt werden. Es wurde ein Darlehenskonto eingerichtet, für das die Gemeinde die Bürgschaft übernahm. • Weiterhin wurde eine besonders erwähnenswerte Aktion geboren, bei der Mitglieder und Sponsoren durch Spenden „Teile des Sportplatzes“ fiktiv erwerben konnten. Eine Grafikerin (Steffi Büttner) entwarf ein Bauplakat mit Segmenten des Platzes, die am Ende durch Einzelne „erworben“ werden konnten. Insbesondere das Ehrenmitglied Paul Bernhard Küthe hat es geschafft, durch persönliche Ansprache der Vereinsmitglieder, Freunde, Gönner und Sponsoren, eine Spendensumme von 20.000 Euro zu akquirieren. Alle, die bei dieser freiwilligen Aktion spendeten, finden sich nun auf einem 2,40 x 1,20 Meter großen Banner am Sportplatz wieder. Kontrolle und Anpassung • Insbesondere die Forderungen des BLSV und des Staates nach einem Flutlicht mit DIN-Norm, einem Drainagen- und Entwässerungssystem sowie besonderen Anforderungen an eine Zysterne zur Wasserwiederaufbereitung stellten den Verein zwischendurch immer wieder vor extrem große organisatorische Herausforderungen und höhere Kosten als geplant. • Nachdem bekannt wurde, dass die Kostenschätzung der Baufirmen von 220.000 Euro nicht zu halten waren, musste eine weitere Mitglieder- versammlung die vom Architekten bereits veranschlagten tatsächlichen Kosten in Höhe von 300.000 Euro erneut absegnen. Auch hier half die überwältigende Mehrheit als Rücken- deckung für die weiteren Baumaßnahmen. • Die positive Presse über das Ergebnis war genau- so ein Indiz für die Wahrnehmung des Projekts, wie auch die überaus positiven Reaktionen bei der Sportplatzeinweihung im August 2015. • Am Ende konnte das Projekt tatsächlich realisiert werden, wenn auch der Weg dorthin steinig war und Zeitpläne – insbesondere durch beteiligte Dritte – vermehrt nicht eingehalten werden konnten. Fazit Das Konzept des Sportplatzbaus beim TSV Oerlenbach ist zwar personenunabhängig, allerdings braucht man die richtigen Helfer und Entscheider in der guten Mischung von Handwerkern und anpackenden Mitgliedern sowie Denkern und Strategen. Die Kostenplanung, Projektplanung und insbesondere Beschaffung der Finanzmittel sollte in Hände gegeben werden, die damit vertraut sind, Erfahrung haben und sich auch bei Rückschlägen weiterhin für das Projekt einsetzen und gegebenenfalls alternative Möglichkeiten finden. Der herausragende Zusammenhalt und das einzigartige Zusammenspiel von Jung und Alt, aber auch die Geduld bei behördlichen Rückschlägen und Versäumnissen durch Dritte, war das Erfolgsrezept des Vereins und hat verdientermaßen einen nach aktuellen Standards beneidenswerten Sportplatz als Ergebnis. 16 TSV Oerlenbach – Sportplatzbau, so kann’s gehen „Der Zusammenhalt ist unser Erfolgsrezept.“ Michael Ferger, Kassier Der neue Sportplatz – ein Werk vieler Hände


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